F E L D F O R S C H U N G 4

F E L D F O R S C H U N G IV PFINGSTEN 2018 EIN MALEREIKURS IN DER LANDSCHAFT VON WEIMAR mit BERIT MÜCKE Freitag 18.05. 15 UHR – Montag, 21. 05. 15 UHR 350 € p.P. Ermässigung möglich. Die Zeichnung und die Malerei in der Landschaft verraten oft mehr über uns selbst, als über die Landschaft. Setzen wir Nähe und Ferne nach inneren Perspektiven? Wo ist der Schwerpunkt in meinem Bild? Im Widerstreit oder im Einklang mit den Elementen ist ein wesentliches der Bildfindungsprozesse zu gewinnen. Es geht um die Schärfung unserer Wahrnehmung durch Skizzen von Gedanklichem und von Beobachtetem. Das unmittelbare bannen auf Papier oder Leinwand ist nur der Anfang. Die Verwandlung durch uns selbst in der Wahrnehmung wird uns in diesen Pfingsttagen stark beschäftigen. A n m e l d u n g bis 10. 05. unter mail@beritmuecke.de

F E L D F O R S C H U N G

P R I V A T E

 

FELDFORSCHUNG 3

Es wird wieder eine Feldforschung geben. Das Datum liegt innerhalb der zwei Februar–Ferienwochen des Landes Sachsen:
6 Tage Zeitraum 16.2.- 21.2. 2018. Wie auch schon im letzten Jahr werden wir in Atelier 111 auf der Baumwollspinnerei arbeiten und nicht draussen vor der Tür. Das Feld auf welches wir uns in dieser Zeit begeben werden lautet:

Was macht ein Bild ausdrucksstark? Als Titel des Kurses habe ich dieses Mal eine einfache pragmatische Frage gewählt. Nämlich: Was macht ein Bild ausdrucksstark?
Auf diese Frage stieß ich oft in meinem Kursgeschehen, und je länger ich darüber nachdachte, desto mehr reifte die Idee, das einmal genauer zu untersuchen. Das wird nun unser Feld sein. Wir werden uns 6 Tage lang jeden Tag von einem anderen Blickwinkel aus die Möglichkeiten eines Bildes im Zusammenhang mit unserem Mitgebrachten betrachten. Wir versuchen jenen Teil in uns ausfindig zu machen, der sich ausdrücken will und WAS oder WER uns daran hindert oder vorwärts stößt.
Die Fragen selbst : Was ist ein Ausdrucksstarkes Bild? Wodurch entsteht Ausdruck? Diese Fragen werden zugunsten unserer Arbeit und ihrer Betrachtung etwas zurücktreten, um speziellen und konkreten Fragestellungen zum Bilde Platz zu machen, werden aber wohl am Ende in neuen Gewändern wieder zu erscheinen.
Dazu kommt die Frage zu dem, Was ausgedrückt werden soll, und warum überhaupt und eine ganz andere Frage: was weckt das Interesse beim Betrachter? Will ich etwas mitteilen, oder warum male ich?
Jeden der 6 Tage werden wir uns einem neuen Phänomen unseres Feldes widmen, es auf die eine oder andere Weise betrachten– durch einen anderen Filter schauen. Unsere Bilder entstehen nebenbei, oder so wie sie schon da waren..
Sie sind unsere Basis für die Lösungen in diesem Feld, unser Bergwerk!

unvergesslich, unverlierbar, unverwischbar, unsterblich, denkwürdig, ewig, lebendig, nachdrücklich, unverwelklich, überwältigend, unvergesslich, unauslöschlich, bedeutungsvoll, aufschlußreich, gehaltvoll, beachtlich, hintergründig, inhaltsreich, brennend, mehrdeutig, dringend, vieldeutig, drängend, tiefgründig, einschneidend, informativ, entscheidend, inhaltsvoll, entschieden, instruktiv, ernsthaft, lehrreich, fühlbar, bedeutend, substanzhaltig, gewichtig, groß, außergewöhnlich, gravierend, sehr, unvergesslich, doppeldeutig, merklich, überaus, wichtig, erstrangig, relevant, denkwürdig, viel sagend, ernst ??? Woxikon

Ein weites Feld,

Weitere Anmeldungen gern ab sofort unter: mail@beritmuecke.de

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FELDFORSCHUNG3Plakat

ein munch on kutten, ein jungfrau on dutten Keller Alte schwänke nr. 6. s. 15. Fastnachtsp. 695, 7.

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Plakat Portal

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Berit Mücke und Chris Hinze: „Portal“
“Vielleicht ist die Welt wie eine Drehtür, schoss es ihm noch durch den Kopf, als sein Bewusstsein schon verblasste. Und in welchem Sektor man landete, hing einfach davon ab, wo der Fuß zufällig auftrat.”* Das Portal bezeichnet den hervorgehobenen Durchgang in der Architektur, ist also ein Begriff mit einer klaren
Definition. Dennoch wird diese ursprünglich klare Bedeutung im Sprachgebrauch extrem ausgeweitet und so spannt das Portal Brücken von der Antike bis in unsere virtuelle Konsumgemeinschaft, vom Historienspektakel zur Science Fiction und von einem steinernen Bogen bis hin zu einer immateriellen Grenzerfahrung. Doch es sind eher keine Brücken, vielmehr sind es Abkürzungen, Tunnel und getarnte Durchgänge zwischen den Bedeutungen, zwischen Zeiten und Dimensionen. Portal ist also im wahrsten Sinne ein offener Begriff. Diese duale Qualität der offenen Bewegung in einem festen Rahmen, diese Qualität der Markierung einer möglichen
Passage in welche Richtung und auf welche Art auch immer, teilen sich in ihrem Wesen sowohl das Portal als auch das Kunstwerk. Final geschaffene Kunstwerke sind standhafte Markierungen der Möglichkeiten eines offenen Übergangs, manche würden sagen eines Offenen Vollzugs. In diesen begibt sich der Betrachter. So ist das Kunstwerk ein Portal. Bei Künstlern setzt der Offene Vollzug bereits viel früher ein; spätestens in dem Moment, da sie das Fundament des neuen Werkes legen, ergreift sie die Dynamik des Neuen und entfaltet große Wirksamkeit auf dem Weg zur finalen Setzung. Künstler berichten daher häufig von der zwingenden Kraft des neu Entstehenden oder für sie ist der Schaffungsprozess etwas durch das sie durchmüssen. Der Versuchung jeden Zustand der Veränderung an der Schwelle eines Portals zu imaginieren, sollte allerdings widerstanden werden, zu simpel und klischee-reitend wäre die chronische Metapher. Schnell wäre die Welt hochgeschraubt in den Wahn eines ständigen Übergangs, nur noch vorstellbar als ein Unwald unzähliger Portale verschiedenster Machart, durch die der Mensch wandelte, in die er gestoßen würde oder die ihn anzögen und aufsaugten. In diesem Text sollen die vorhandenen Arbeiten als Ausgangspunkt genutzt werden, um den ganz spezifischen Formen des Übergangs oder des Übertritts auf die Spur zu kommen, welchen sich Berit Mücke und Chris Hinze jeweils in ihrem Schaffen widmen. Mit dem poetischen Titel „Daylight Found Me with No Answer“ **- Das Tageslicht fand mich ohne Antwort annoncierte der Mexikanische Künstler José Davila 2014 das eigene Sein an der Schwelle zwischen Tag und Nacht, das Verweilen nahe eines Portals im Zweilicht. Es ist jene Phase, welche in Frankreich mit der Redewendung „entre chien et loupe“ – „Zwischen Hund und Wolf“ charakterisiert wird. Das Domestizierte und das Ungezähmte werden sich zum Verwechseln ähnlich, ja verschmelzen. In José Davilas Zitat steckt noch ein weiterer offensichtlicher Aspekt: Die nachttiefe Suche nach einer wie auch immer gearteten Lösung und das wiederholte Scheitern, welches im Kern dieser Suche immanent lauern könnte. In Berits Mückes Werk werden genau diese zwei Aspekte des Übergangs wirksam: Die Kondition des Zwielichts und eine notwendige Methodik des produktiven Scheiterns um zu etwas neuem vorzustoßen.
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Beide Aspekte treffen sich in Mückes Arbeit an einem spezifischen Umschlagplatz: Am Checkpoint zwischen dem Territorium der Malerei und dem Subjektiv-Inneren. Frische Erfahrungen, Reflexionen und Erinnerungen des Menschen strukturieren schließlich eine innere Seelenlandschaft, die zwar mit der äußeren Realität in ständigem Austausch steht, aber dennoch ein dynamisches Eigenleben entwickelt. Diese Dynamiken bahnen sich den Weg ins Bewusstsein vornehmlich in Verfassungen eines introspektivem Wachzustandes, im Traum oder in aufblitzenden Nuancen zwischen den gefühlten Stunden. Berit Mücke begibt sich an diesen Ort des Austausches im Zwielicht des Abends und hält die Erfahrungen im Unterbewusstsein der Nacht in der fruchtbare Dämmerung des Morgens teilweise skizzenhaft fest.
Denn zu diesen Zeiten ist das Tor in die Gefilde, welche sie interessieren, besonders weit aufgestoßen. In der Klarheit des Tages wird die Auseinandersetzung dann endgültig, mit den Mitteln der Malerei, auf einer versetzen Ebene weitergeführt. Getragen von schonungsloser Ehrlichkeit, gelingt es Mücke auf dem Territorium der Malerei Erzählungen aus der Seelenlandschaft als allgemeingültige Bilder zu entlassen in unsere gemeinsame Lebensführung. Doch intuitive Narrative, die festgehalten werden sollen, leisten Widerstand und im Entstehen entwickeln Gemälde ein Eigenleben. Daher müssen Mückes Bildsuchungen oft viele Passagen durchlaufen, müssen unerwartete Volten geschlagen und radikalen Entscheidungen gefällt werden, bevor die Malerei auf vollendeten Leinwänden vor Mückes Augen zur Ruhe kommen darf, bevor sie gültig sein kann. So entfaltet hier, in der direkten Fassbarkeit des malerischen Aktes, der zweite Aspekt aus Davilas Zitat volle Wirksamkeit. Das Durchlaufen des assoziativ Erlebten hin zum materialisierten Ausdruck bedarf der wahrscheinlichen Chance des Scheiterns, um Authentizität zu gewährleisten. Oft bleiben aus diesen hart geführten Auseinandersetzungen wahre Bilder stehen. Sie sind meist abstrakte Relikte, deren
Stoffe über Gebühr strapaziert wurden und denen Abbildendes bis zur Unkenntlichkeit ausgetrieben wurde. In der Souveränität ihres erkorenen Zustandes für immer Luft holend, bilden sie die erste Gruppe von Bildern aus den Händen Berit Mückes. Die besagten verborgende Verbindungen des menschlich Erfahrenden werden in Öl- und Tempera dann noch in zwei weiteren Motivgruppen realisiert: In der Landschaft und im Porträt. Den Gesetzen des Expressionismus folgend, gewinnt Mücke durch den bewussten Verzicht auf Naturfarbgebung und der exakten naturalistischen Formgebung eine neue Autonomie in der Ausdruckskraft. So sind es offensichtlich ihre subjektive Farbgebung und ihre individuelle
Formensprache, welche deutlich machen, dass es hier nicht um die exakte Wiedergabe der Realität geht, sondern um eine Bildwelt, in der andere Prämissen walten. Durch großzügige, oft lasierte Flächigkeiten bekommt der Farbklang eine größere Wichtigkeit, durch nur wenige, scharf eingesetzte Details ergibt sich eine größere Deutungsbreite des Abgebildeten. Wellige Parallel-Linien von Pinselstrichen oder zerspringende Oberflächen bereichern den Duktus um persönliche Strukturen. Insgesamt wird so der direkte Bezug zur blanken Realität schwerer greifbar und es zieht außerdem eine Diffusion der Zeitlichkeit ein, da kein genauer Zeitpunkt in der Motivik festzulegen ist. Es tauchen auch niemals Spuren eines spezifischen Ortes auf, sondern generöse Meta-Landschaften, eher Sinnbilder, als genaue regionale Studien oder Verweise.
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Durch diese Strategien entsteht eine einladende Offenheit des zu Sehenden, welche Erzählungen vernehmbar werden lässt, die von inneren Konstellationen zwischen den Menschen, den Dingen und der Zeit künden. Das Abgebildete ist eindeutig vorhanden, aber dennoch nicht festzulegen, wie so viele Bereiche der Existenz. Gerade in dieser meisterlich austarierten, schwebenden Präzision zwischen Sagbaren und intuitiv Erfassbaren findet Mücke auch in den Porträts und den Landschaften ihren unverkennbaren Ausdruck. Dabei vermitteln die Arbeiten eine unmittelbare Vitalität und bezeugen einen Humanismus unter den Subjekten. Einmal in unserer Gegenwart gebannt, sind Mückes Bilder Zugänge
zu diesem untergründigen Bereich, der unsere Leben mehr bestimmt, als sich viele eingestehen mögen. Es ist die Wahrheit unter den Oberflächen. So findet das Morgenlicht Berit Mücke vielleicht nicht mit einer endgültigen Antwort, aber schöpfend an der Quelle eines wirksamen Transfers. „Wir können bis an unsere Grenzen gehen, hast Du schon einmal darüber hinweg gesehen?“*** Mag Portal auch ein offener Begriff sein, den Bildhauer Chris Hinze führt der Titel dieser Doppelausstellung dazu, sich von den erprobten Zonen seines bisherigen OEuvres abzuwenden und wieder an die Tabula Rasa zu kommen mit der Frage: “Was kann das sein, ein Portal?“ Er kehrt praktisch durch das Portal gefordert zurück auf Start. Neu anzufangen heißt in Hinzes Fall allerdings nicht, dass er sein kreatives Gespür, sein handwerkliches Können oder ihm vertraute Rohstoffe hinter sich lässt. Nein, es heißt, ein neues Spiel zu erfinden und damit auch neue Grenzen zu eröffnen. In den
zurückliegenden gut 20 Jahren seiner künstlerischen Karriere hatte er sich wiederholt mit den Gültigkeiten seiner Herkunft aus Cottbus im Spreewald auseinandergesetzt. Er hatte Schreitende aus Holz geschält und in Bronze gegossen, denen das Fleisch eng an die Körperachsen geschnürt war und die sich oft in den Boden zu bohren schienen wie Signalstäbe. Oder er hatte Schiffe oder Schlitten für die Überfahrt und das offene Gleiten der Gedanken konzipiert und mit teils gewaltigen Kraftakten zusammengefügt und aufgestellt. Diese Themenfelder blieben im mäandernden Fluss, liefen gegen- und nebeneinander her und wenn es an der Zeit war, brach Hinze aus, um einen neuen frischen Strang zu
entwickeln und ihn einzuflechten in seinen Themenkomplex. Ein Themenkomplex der eher gewichtige Motive und Momente in sich band, wie die Orientierung im Leben oder die wundersame Kraft des Aufrichtens, welche manchen Menschen innewohnt. Ein Themenkomplex auch, der mit all diesen fast zeitlosen anthropologischen Kontinuitäten im Ausdruck und Material gegen den gnadenlosen Vollzug des aktuellen Turbokapitalismus aufstand. Dennoch verließ Chris Hinze in seinem Werk nie die Neugier oder auch ein gewisser praktischer Optimismus. Das wird schon daran
deutlich, dass er sich noch heute immer wieder neue Themenfelder erschließt und dass seine Werke nicht gerade bescheidener werden im Laufe der Zeit. Es liegt also nahe, dass er der großzügigen, starken Geste durchaus eine Chance auf Wirkung einräumt; die gehärtete Plastik auch als brachiale Setzung begreift, an dem das letztlich sinnentleerte Hasten unserer Tage zum Erliegen kommen muss.
Jetzt wartet also die neue Herausforderung: das Portal. Inhaltlich durchaus geeignet um wieder höheren Sphären zu zustreben, bleibt Hinze auf dem Boden, entspannt und wach und wieder voller Neugier. Er stellt geöffnete Doppel-Türen in den Raum, baut einen einseitigen Beichtstuhl, also einen toten Briefkasten. Und er adaptiert mit viel Fantasie ein Portal mit Eisenring aus Venedig ohne in fester Ignoranz anzuerkennen, dass es einfach um ein Anlegestein für die
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Gondeln handelt. Des Weiteren baut er einen Tastkasten mit fast lausbübischer List und konzipiert sogar ein Video mit Zitaten seiner Mitmenschen. Gerade in dieser Laboranordnung rennt Hinze voller Laune geschlossene Türen ein. Sein Gespür für die Bruchlinien der Gesellschaft schien nie aktueller und direkter zu sein als hier und jetzt. Die angebliche Transzendenz der Katholischen Kirche endet bereits an der geflochtenen Oberfläche des Beichtstuhls, das Dahinter ist die reine Projektion von Menschen, welche die Absolution eines unterdrückerischen Systems suchen. Die Doppeltür mitten im Raum trennt gar nichts mehr, obwohl sie aussieht wie der Inbegriff eines Portals, ist sie in diesem Falle ein Anti-Portal. Und dem großen verdrängten Thema Tod, dem finalen Portal aus der Sicht aller Menschen, nähert er sich mit Gummihandschuhen. Hier regiert der Punk! Das Portal ist immer eine Grenzmarkierung, es zu durchstreiten bedeutet Grenzen zu verletzten. Wenn einen der aktuelle Zustand der Gesellschaft schwer zu schaffen macht, wird gerade diese Eigenschaft des Portals überlebenswichtig. Hinzes Metier ist bei dieser Ausstellung mehr als jemals zuvor unsere alltägliche äußere Realität eines Systems, welches unsere menschlichen Qualitäten zusehends verhunzt. Er geht an die Grenzen dieses Systems, schaut nicht über sie hinweg, sondern perforiert die Zustände, macht es möglich durch die Grenzen hindurch zu schauen, ohne platt und destruktiv zu werden. Damit ist sein Themenfeld dem Berits Mückes sehr verschieden. Dennoch gibt es Korrelationen und Anknüpfungspunkte zwischen den beiden Positionen dieser Ausstellung. Die Ausgewogenheit der Distanzen und der differenzierte Klang im Material und Ausdruck ergeben etwas Neues, etwas Drittes. Es stellt sich fast wie die gegenseitige Ergänzung zweier Welten dar, temporär und vorsichtig, aber in vollem Ernst und mit Erkenntnissen in der Korrespondenz. Beide Künstler eint in jedem Fall das Streben nach einer weiteren Qualität, die sowohl das Portal und als auch das Kunstwerk aufweisen: Es ist das per Definition Andere, Unbekannte und Neue, was auf der anderen Seite den Passagier erwartet. Ein Portal hinter dem Altbekanntes lauert, verdient diesen Namen nicht, da sich beim Durchschreiten nichts ändert. Das Gleiche gilt für ein Kunstwerk.
Stephan Klee
* Haruki Murakami in „Mister Aufziehvogel“, deutsche Ausgabe beim btb Verlag München, 1998
**José Davila „Daylight Found Me with No Answer“ –Katalog, 2014
*** Sandow „Born in the GDR“, Text von Kai-UweKohlschmidt, 1988

PORTAL 3.11.17 – 3.1. 18

Universalschema zur Bildung von Fragen

Universalschema zur Bildung von Fragen über alle möglichen Sachverhalte.   Athanasius Kirchner

P

Das Ei des Kolumbus.

Sommerakademie 2017

„Entstehung einer neuen Galaxie“

Wikipedia zum „Ei des Kolumbus“ :
Christoph Kolumbus wird nach seiner Rückkehr aus Amerika während eines Essens bei Kardinal Mendoza im Jahr 1493 vorgehalten, es sei ein Leichtes gewesen, die „Neue Welt“ zu entdecken, es hätte dies schließlich auch jeder andere vollführen können. Daraufhin verlangt Kolumbus von den anwesenden Personen, ein gekochtes Ei auf der Spitze aufzustellen. Es werden viele Versuche unternommen, aber niemand schafft es, diese Aufgabe zu erfüllen. Man ist schließlich davon überzeugt, dass es sich hierbei um eine unlösbare Aufgabe handelt, und Kolumbus wird darum gebeten, es selbst zu versuchen. Dieser schlägt sein Ei mit der Spitze auf den Tisch, so dass diese leicht eingedrückt wird und das Ei stehen bleibt. Als die Anwesenden protestieren, dass sie das auch gekonnt hätten, antwortete Kolumbus: „Der Unterschied ist, meine Herren, dass Sie es hätten tun können, ich hingegen habe es getan!“

Heute Eröffnung in der Hamburger Barlachhalle: „Masterpieces“

„ELBSALON“ Hannah schreibt über Mashup

 

http://elbsalon.de/masterpieces-mashup-iv/

„MASHUP“ in der Hamburger Barlachhalle

Maid 2017

Urban Maid

FELDFORSCHUNG 2 Himmelfahrt 2017

Himmelfahrt 2017

EIN MALEREI SEMINAR MIT BERIT MÜCKE IM GUTSHOF STAHMELN

DONNERSTAG 25.05. 15 UHR –  SONNTAG 28. 05. 15 UHR

 

Die Natur oder Dinge im Raum nehmen wir wahr auf eine Weise, die nur uns selbst eigen ist. Was sehen wir, und wie verarbeiten wir das gesehene?

Die unmittelbaren Eindrücke halten wir spontan auf einem Blatt Papier oder auf einer Leinwand fest. Was macht eine Studie aus, wie beginne ich, wie setze ich Nähe und Ferne um und wo soll der Schwerpunkt in meinem Bild sein?

Im Widerstreit oder im Einklang mit den Elementen ist eine Verknappung der Bildfindungsprozesse zu gewinnen. Es geht um die Schärfung unserer Wahrnehmung durch Skizzen von Gedanklichem und von Beobachtetem. In diesen Tagen wird es um eine Visualisierung und Materialisierung der künstlerischen Ideen gehen.

Als Medium wird empfohlen, mit wasserlöslicher Farbe auf gestärktem Papier zu arbeiten. Es ist jedoch möglich, mit Ölfarbe und Leinwand zu arbeiten. Wichtig ist, sich frei zu machen von allem, was man sonst macht, und in dieser Zeit Inhalte neu zu sehen, zu denken und diese mit anderen Möglichkeiten in die Tat umzusetzen, als wir es gewohnt sind.
(mehr …)

Kurs Malerei IMBOLC* 2017

Wellenfech mit Pius Radschu

IMBOLC* Februar 2017
Atelier 111 der Baumwollspinnerei Leipzig
6.Februar- 11. Februar 2017

Das Thema „Licht–Labor“…..
In der Mitte des Winters keimt bereits sichtbar das Licht. Oft schneit es noch.
Weiß deckt alles zu.
In der Ruhe kann man reifen, wachsen und den Geist der neuen Zeit begreifen.
Es geht darum das Unsichtbare sichtbar werden zu lassen. Unsere
verborgenen Bilder ans Licht zu bringen und unserem Leben neue Impulse zu
geben. Leben entwickelt sich in Spiralen, Windungen und bricht am
Knotenpunkt auf in die neue Form. Der Durchbruch ist ein Kraftakt. Dazu
müssen Kräfte gesammelt, gebündelt und gerichtet werden. Was ist das Ziel?
Die Langsamkeit ist die Form des Wachstums. In Bewusstheit ist sie ein
durchgehaltener Kraftakt. Er geschieht fast unsichtbar, weil zeitlich zu langsam,
um mit bloßem Auge erkennbar zu sein. Zeitlupe–Zeitraffer bringt ans Licht.
Außer Zeit zu sein auch.
Befreiung durch Auf–Hören in dem Zwischenzustand. Darin bleiben, sich dort
ausbreiten und Dinge tun, um diese Zwischenräume sichtbar zu machen. Nun
sich bewegen, die Räume einnehmen. Malend denkend.
Benötigtes Material:  ein Zeichenheft als Bildtagebuch, Tusche, Papier, Leinwand
Formate, Farben, Technik nach Vorliebe, geeignete und gewohnte Pinsel, bitte
auch große Pinsel für entschlossenes Handeln.

Pius Radschu

Wellenfech mit Pius Radschu

Wellenfech mit Pius Radschu

„Feldforschung“ Malerei Seminar 07.– 09.10. 2016

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Rautenschaf

Rautensicht

 

Leipziger Sommerakademie 14.- 22. Juli 2016.

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http://www.leipzig-sommerakademie.de/sommerakademie/kurse.html

ART Basel 2016

Jean Fautrier "Jetée de fleurs" Paris um 1929 GalleryHaas

Jean Fautrier „Jetée de fleurs“ Paris um 1929 Gallery Haas

 

ART Basel 2016

Nell'opera-di-Bertrand-Lavier.

Nell’opera di Bertrand Lavier.

ART Basel 2016

ART Basel Juni 2016 Doppel : Helly Nahmad Gallery NY

ART Basel Juni 2016 Doppel : Helly Nahmad Gallery NY

Wellenfech

Wellenfech_200x200cmEitemperaOelLwd.2016web  wellenfech, -feh, n., ‚feh (wappenpelzwerk), bei dem die theilung zwischen weisz und blau in den einzelnen fehreihen durch den wellenschnitt bewirkt wirdGritzner handbuch d. herald. terminologie (1890) 9. vgl. DWB fech, adj. (teil 3, sp. 1386). —

 

Wörterbuch

Fech


Es muss ein fech fech sein, der puderfeine Sand, der sich manchmal in ausgetrockneten Flussbetten oder Sümpfen bildet.

Kleiner Winterrundgang

http://www.spinnerei.de/spinnerei-rundgang.html

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Bodenfund

Deep Work

Spinnerei 2015

 

 

Dear Darkness Ansichten

Maxime Ballesteros, Marc Bijl, Olivia Berckemeyer, Tjorg Douglas Beer, Amir Fattal, Christoph Girardet & Matthias Müller, Rayk Goetze, Andreas Golder, Gregor Hildebrandt, Alana Lake, Berit Mücke, Jana Müller, Susanne Schuricht, Noé Sendas:

Dear Darkness
02. Juli – 29. August 2015

http://www.michaelfuchsgalerie.com/de/ausstellungen/archiv.html

Eröffnung „Dear Darkness“ Michael Fuchs Galerie

02. Juli – 29. August 2015 Eröffnung Donnerstag 02. Juli 18.00 – 21.00 Uhr Michael Fuchs Galerie, Auguststraße 11 – 13, 10117 Berlin, T + 49 30 2200 2550, www.michaelfuchsgalerie.com

Maxime Ballesteros Marc Bijl Olivia Berckemeyer Tjorg Douglas Beer Amir Fattal Rayk Goetze Andreas Golder Gregor Hildebrandt Alana Lake Berit Mücke Jana Müller Christoph Girardet & Matthias Müller Susanne Schuricht Noé Sendas Carolein Smit

Dear Darkness geht den Freuden und Versuchungen auf der Dunklen Seite des Lebens nach und zeigt ihre Schönheit. Gleich der „Darkside of the moon“ befindet sich dieser Lebensbereich auf der Rückseite von Vernunft, Aufklärung und Helligkeit, durchdringt diese aber untrennbar. Sowohl inhaltlich als auch formal werden Positionen vereint, die sich der Dunkelheit, der Nacht, dem Schatten und den diversen Spielarten im Zwielicht und Verborgenen widmen. Dabei fungieren die Arbeiten oft als eine Art von emotionalem Katalysator oder als eine subversive Reflexion, ja als ein Gegenentwurf zu der aufgeklärten, vollinformierten und funktionellen Lebensart unserer Tage. Die Dunkelheit beginnt da, wo die Dinge nicht mehr klar zu unterscheiden sind, die Liebe zu ihr mit dem Genuss gerade dieser Konfusion. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen auf den schillernden Facetten von Club-Kultur und Nachtleben. Im Zentrum dieser Bewegungen steht der Körper in seinem Treiben zwischen Lust, Schmerz und Gewalt, kurz: in der exzessiven Verschwendung von Lebenspotential. Gruppendynamiken mit ihren eigenen Ritualen und Codes verstärken den Sog. Unter dem angloamerikanischen Begriff des „Dark Glam“, lassen sich vielleicht die bewusste, kollektive Ritualisierung und Stilisierung eines Außenseiterdaseins hin zu einer „abseitigen“ Schönheit am Besten bezeichnen. Verbunden sind diese äußerlichen Aspekte mit seelischen Schattenseiten wie einer grundsätzlichen Skepsis gegenüber der aufgeklärten Weltsicht, gefolgt von Melancholie und Sucht; aber auch und vor allem mit einer Weltflucht nach vorn: hinein in selbst-etablierte Freiheit, Befriedigung und Geborgenheit. Die „Seele“ hält wieder Einzug in die so subjektivierte Gegenwart, Formen einer zeitgenössischen, schwarzen Romantik unterwandern die Gesellschaft. Musik bildet hierbei ein endloses, dunkel-schimmerndes Auffangbecken dieses „Getragenseins“ im Grenzbereich. Sie ist auch entscheidender Leitpfaden und Inspiration für diese Ausstellung. „Dear Darkness“ ist ein Song von PJ Harvey aus dem Jahre 2007. Dear Darkness ist ein Titel der Trost verspricht. Indem die Auswahl der Werke auch partiell die Rolle des Lichts und seiner Gestalten berücksichtigt, welche die ambivalente Fragenstellung nach Orientierung oder Illusion in der Dunkelheit aufwerfen, ergänzt sie zudem die Natur der Dinge. Formal betrachtet operieren die Künstler mit den materiellen und visuellen Spezifika der Schattenkultur. Seien es vertraute Oberflächen wie die Patina alter Bronze, Teer, Kohle, Lack oder Samt, Adaptionen typischer Gegenstände wie Neonleuchten, Spiegel, zerbrochenen Glasscheiben, Musiktapes oder visuelle Phänomene wie Blitzlicht, Reflexionen oder Risse, stets erweckt die ausgeprägte Sinnlichkeit bestimmte Erinnerungen im Betrachter. Durch diese favorisierte Ästhetik kreist die Ausstellung um ihr genuines Gravitationszentrum: dem rätselhaften Reiz rauschhafter Dekadenz. Wir alle kennen sie selber nur allzu gut: die oft beunruhigende und gleichsam anziehende Schönheit der Erscheinungen aus dem Reich der Dunkelheit.

Die Ausstellung wurde zusammengestellt von Stephan Köhler für die Michael Fuchs Galerie.

„In Anish Kapoor`s Okular“

ART Basel 2015 Anish Kapoor

ART Basel 2015

ART Basel 2015

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ATRIUM MESSE LEIPZIG

Equilibrio

http://mephisto976.de/news/so-breit-wie-die-welt-ist-48622

Schneeling, Genetischer Abdruck, Tirol 1.1.2015

Schneeling

Schneeling

„AHAB“ 18. November 2014

Berit Mücke_AHAB_print.back

Einladung AHAB front

Einladung AHAB front

Goldmarie

 

…Dann kam das Mädchen zu einer Treppe, die führte in den Himmel hinauf.
Auf der Treppe kam ihr eine Frau entgegen. Das Mädchen fürchtete sich ein
bisschen; denn die Frau hatte sehr große Zähne und sah komisch aus. Aber
sie sagte: „Hab keine Angst, ich tue dir nichts. Ich bin Frau Holle. Wenn du
Lust hast, für mich zu arbeiten, dann werde ich dich reich belohnen.“
Das Mädchen sagte: „Ja!“ und ging gleich an die Arbeit. …

„TOR“ Basement Trufanofstrasse 8 | 04105 Leipzig 03 04 2014

"Augendiagnose" Basement Leipzig

BERIT MÜCKE
Augendiagnose
Text: Heike Geißler
Anfang
„Mit jedem Menschen kommt ein Anfang in die Welt“, schreibt Hannah Arendt, und wenn
wir wollen, wissen wir das und führen immer wieder schöne Anfänge auf. Anfänge, die dann
auch zu Wiederholungen werden, zu Wiederholungen von Anfängen, aber zu Anfängen eben,
die menschlich sind.
Arzt
Es ist kein Arzt zugegen.
Aber man kann ja mal fragen.
Hier führt vielleicht wie überall jeder an jedem unweigerlich eine Diagnose durch. Das ist
das Implizite. Und dann wissen wir etwas und stehen mit diesem Wissen in der Falle. Und
kriegen es nicht mit oder kriegen es mit und gehen zurück auf einen Anfang oder setzen
fort mit einem Anfang, der immer eine Wiederholung ist.
Augen
Was für Augen? Gute Augen, schlechte Augen. Schöne Augen, fahle Augen. Adleraugen,
blinde Augen. Immer, immer andere Augen.
Augen jedenfalls sieht man nicht, aber steht auch nicht blind blinden Bildern gegenüber.
Übrigens, das ist so banal, aber wahr: Kaum weiß man, dass man sehen kann, versteht man,
dass man auch gesehen wird.
Begehr
Etwas förmlich, womöglich, etwas schüchtern wohl auch, aber man stelle sich vor, sie hat
eben diesen Wunsch, sie hat da etwas, das trägt sie wie in einer anderen Zeit einer offiziellen
Stelle vor, mit vorsichtigen, höflichen Worten, um also nicht zu aufdringlich zu erscheinen.
Und vorsichtig auch, weil sie ohnehin weiß: Das führt ja doch zu nichts. Sie will da also hinein.
Ganz und gar hinein in die Bilder und sagt sogar, sie male vielleicht nur, um da hinein
zu kommen.
Kein vollkommen aussichtsloses Unterfangen.
Aber es geht nicht auf direktem Weg.
Bewegung
Sie geht übrigens vor den Bildern auf und ab und vor und zurück, auf der Suche nach dem
Bild, aber auch auf der Suche nach dem Eingang. Sie hofft darauf, das Bild einmal durch ihr
Tempo zu verblüffen und doch hineingeraten zu können. Sie hofft folglich auf etwas wie
diesen ja wirklich möglichen, wenn auch ausgesprochen seltenen Zufall, dass einer durch
eine Wand gehen könne, ohne sich zu verletzen, ohne die Wand zu beschädigen.
Basement Trufanofstrasse 8 | 04105 Leipzig
03 04 – 09 05 2014
Hier ist aber auch die Landschaft in Bewegung, legt sich wie etwas Verwischtes vor unsere
Augen. Wir sehen die Momentaufnahme einer vergangenen Eile und zugleich den ruhiger
gewordenen Blick dieser zuvor eiligen Landschaft auf sich selbst, die mit aller Seelenruhe
sagt: Da hatte ich es eilig, ja, da war ich wirklich etwas schnell unterwegs.
Brille
Man mag das für Bäume halten. Aber diese Bäume sehen wie Brillen aus. Man mag das
dann also für die Brille einer Landschaft halten, und annehmen, die Landschaft hätte Augen.
Etwas jedenfalls sieht uns immer an. Oder etwas verschleiert, dass es uns nicht ansieht, uns
anzusehen nicht einmal im Mindesten bereit ist. Wir sind von der bebrillten Landschaft im
Übermaß betrachtet oder vollkommen ignoriert. Wir müssen das selber entscheiden.
Diagnose
Ist etwas los? Mit wem ist etwas los? Wir nehmen, bitte schön, alles auf unsere Kappe und
schließen die Augen oder öffnen sie und wissen, wo wir sind oder wissen es nicht. Es könnte
jedenfalls sein, dass wir, ohne es zu merken, auf eine Toteninsel geraten sind. Darüber
wollen wir mehr erfahren, obwohl wir, genau genommen doch längst alles darüber wissen.
Wo eine Diagnose ist, ist der Patient nicht weit. Auch dort, wo keine Diagnose ist, ist der
Patient nicht weit.
Eingang
Wenn man nun aber nicht direkt hinein kann, dann geht man in der Mitte hindurch?
Links also eine Bildtafel „Toteninsel“, rechts eine Bildtafel „Toteninsel“, und der Weg zu den
anderen Bildern der Ausstellung führt durch die Mitte. Wo sind wir dann? Was weiß man
schon. Man ist in einem Bild? Oder ist man gleich da? Kommt man etwas später? Man kann,
wenn man möchte, sagen: Ich bin ja überall dort, wohin ich mich nur denken kann. Man kann
mit Eva Meyer „Von jetzt an werde ich mehrere sein“ sagen. Spätestens von jetzt an dürfen
wir alle mehrere sein.
Fährmann
Wie gesagt, man tritt ein durch die Lücke in der Mitte. Ganz ohne Fährmann, der bleibt hier
außen vor, der sind wir einfach selber. Oder wer sind wir? Wir kamen ja ganz unbedarft durch
die Lücke in der Mitte, und es hat uns niemand gesagt, dass links und rechts der Lücke die
Toteninsel liegt. Das ist uns einfach so passiert.
Der Fährmann jedenfalls beobachtet das Ganze aus der Ferne, der Fährmann geht seiner
Arbeit auf einem anderen Bild nach.
Gemeinschaft
Sie wollte sich dann also in der Gemeinschaft der anderen aufhalten, vollkommen entschiedenermaßen
dort sein, wo schon viele waren, nämlich in der Gemeinschaft derer, die sich
zum Beispiel an der Toteninsel abarbeiteten.
Horizont
Die Frage dann aber, was nun eigentlich mit dem Horizont sei. Immer zurück zum Horizont,
und immer wieder anfangen mit dem Horizont, der einer zerfließenden Landschaft den
Rücken stärkt und alle Blicke auf sich zieht, und der sich manchmal aufzumachen scheint,
über dunkle Bäume steigen zu wollen, um sich vor sie zu legen und in der Abgeschiedenheit
vom Betrachter worüber auch immer zu verhandeln. (Etwa über die Frage: Geht das auch
anders? Wie seid ihr denn so? Und wie bitte, wollen wir hier künftig zusammen sein?)
Berit Mücke | 0176-99983823 | www.beritmuecke.de
Landschaft
Die Landschaft ist dann eben da, weil wenig, das ausgeschlossen wurde, ausgeschlossen
werden kann, und die Landschaft erscheint wie alles, das sich wirklich sehen lässt und gesehen
wird: beredt und mit Charakter.
Patient
Der Patient tritt auf.
Oder der Patient kommt Tage nach seinem vorangegangenen Besuch wieder, aber ist dann
ein anderer und weist auf die Unterschiede hin. Ist er wirklich ein anderer? Ist er gar anderen
Geschlechts? Würde er sich selbst wieder erkennen?
Der Patient sagt: Ich könnte ja auch das Synonym meiner morgigen Erscheinung sein. Aber
ich bin es nicht.
Der Patient sagt: Im Übrigen bin ich natürlich kein Patient.
Der Patient tritt ab und ruft, er sei wirklich keiner.
Toteninsel
Ihre Toteninsel wie ein Museum des Todes, wie auf einen glänzenden Museumsboden
gesetzt, der nur mit guten, wenigstens sauberen Schuhen zu betreten ist. Ein Museum des
Todes, da darf man sich nicht täuschen lassen, in dessen Inneren, in das man nun einmal
zu leicht und ahnungslos gerät, eine freundliche Museumswärterin vom Fährmann erzählt
und jeden Tag bemüht ist, die Besucher, rechtzeitig wieder nach draußen zu führen, bevor
der Tod auch diese Insel ganz für sich verlangt (er ist und bleibt ja tendenziell unberechenbar).
Im Inneren dieser Toteninsel begegnen wir natürlich allen Toteninseln dieser Welt, auf
jeder Toteninsel befinden sich alle anderen Toteninseln dieser Welt, und wir sehen Böcklins
Initialen auf der Grabkammer, die er nur für sich malte und wissen ihn darin, so wie er sich
darin wusste und dabei nicht hätte belegen können, dass er sich wirklich in seiner eigenen
Grabkammer befand.
Wiederholung
Wo etwas anfängt und in einer Wiederholung noch einmal beginnen kann und zwar so, dass
es sich selbst außen vor lässt und als ein Neues beginnt oder als ein Neues fortsetzt, stellen
wir fest, hier soll keine Landschaft das letzte Wort haben, hier knüpft immer schon eine
nächste an die Vorausgegangene an und formuliert neue Schlussworte, die auch nicht die
letzten sein werden. Hier geht aus einem letzten Wort immer ein neues hervor.
Leipzig, April 2014

Augendiagnose_text heike geißler_2014

 

ToteninselBasementTag

Augendiagnose

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Benefiz Halle 14

Bildschirmfoto 2014-01-05 um 18.00.45

Von Scheintoten Schafen

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Passiver Empfänger

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Viaggio in Italia „Cartolina Tiburtina“ 2010

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Georgien 2003/2004